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Ein Jugendtreffen an Pfingsten 1948.
Nach der Umsiedlung und Flucht waren die Bessarabiendeutschen aus Krasna weit verstreut. Hin und wieder kamen Kontakte zustande, die schließlich nach Haßbergen führten. Für viele war Haßbergen die erste Anlaufstelle und das erste Wiedersehen. Dort waren wir die Fremden, die Flüchtlinge und dazu noch katholisch, nach alt hergebrachter Art.
Die Jugendlichen aus Krasna bildeten eine Gruppe für sich und hatten wenig Kontakt mit der Haßberger Jugend. Nicht besser erging es den Jugendlichen in der Umgebung von Verden, Bremen und in der Gegend von Hamburg.
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Max Riehl, der aus Bayern nach Haßbergen kam um seine Familie zu unterstützen, hatte eine Idee. Fünf Postkarten mit gleichlautendem Text wurden 1946 als Weihnachtsgruß verschickt mit der Frage ob man versuchen sollte ein Treffen der Jugend zu organisieren. Nach 4 Wochen stand fest ein Jugendtreffen muss stattfinden.
Der Wunsch der Jugend die Schulfreunde an einem Ort zu versammeln weckte bei den Eltern mit heiratsfähigen Kindern volle Unterstützung. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht. Ein Jugendtreffen für Krasnaer soll stattfinden!
Wo sich Freude verbreitete, über das was kommen soll, keimte auch der erste Neid auf. Man hat dem vorgesehenen Treffen den Beinamen Heiratsmarkt gegeben.
Ohne zu wissen, wie das ablaufen soll, warteten einige Hundert Mädels und Jungs von Woche zu Woche darauf das die Einladung zu dem heiß erwarteten Treffen kommt. Durch das Versammlungsverbot der Alliierten wurde das Treffen von Monat zu Monat verschoben. Bis ein englischer Offizier sagte: "Eine Verlobung ist keine Versammlung und braucht nicht genehmigt zu werden. Nachher kann man sich ja entloben." | |
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Die Einladungen zum Jugendtreffen an Pfingsten 1948 wurden an Einzelne verschickt und mehrere Hundert kamen, so das die Kapelle und auch der Saal Mönch in Haßbergen nicht alle aufnehmen konnte. Die Mädels, die wegen der schlechten Bahnverbindung schon am Samstag anreisten, waren froh bei Familien aus Krasna unter zu kommen. Auch wenn sie dort zu dritt in einem Bett oder auf dem Fußboden schlafen mussten. Die Jungs schliefen alle auf Stroh in einer Scheune.
Alles war gut und wurde mit Spaß angenommen. Mit dabei sein war wichtiger, als jeder Komfort. Auf den Straßen von Haßbergen waren nur Gesichter aus Krasna zu sehen. Man hatte den Eindruck in Krasna zu sein. |
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Viele Verbindungen und Familien entstanden daraus. Zwei Musikanten spielten an dem Abend für paar belegte Brote und je eine Kilo-Dose Leberwurst. Man kam sich näher und fühlte sich fast wie zu Hause. Das sollte nicht das letzte Treffen sein.
An Pfingsten 1949 gab es wieder ein Treffen in Hassbergen. Wegen dem größeren Saal und dem näheren Bahnhof wurde das Treffen 1950 nach Langwedel verlegt. Dieses Treffen wurde dann auch als Abschiedsfeier von Niedersachsen angekündigt. Der Aufbruch ins Rheinland stand bevor.
Somit bildet das erste Jugendtreffen 1948 in Haßbergen den Auftakt aller Treffen der folgenden Jahre, die zu Ehren der Vorfahren zum jährlichen Bestandteil wurden.
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Text: Max Riehl und Olaf Schelski Fotos: Max Riehl |
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