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Im Jahre 1884 zog eine Gruppe von 25 Familien der jüngeren Generation von Krasna nach Partukas (auch Schalier genannt), im Kontemierer Tal in Bessarabien um. Sie bezogen dort Pachtland. Aber die Pachtverhältnisse waren ungünstig und der Ort wurde oft von Räuberbanden überfallen. Darum verließen diese 25 Familien bereits nach 2 Jahren (1886) Partukas. Sie zogen zunächst nach Kainari Kreis Bender, Bessarabien, um. Dort endlich konnten sie von Fürst Alexander Krupenski, von polnisch-katholischer Herkunft, ein wunderbares Landstück von 1200 Deßjatinen (etwa 1331 Hektar) für die Dauer von 10 Jahren, also bis zum Jahre 1896, in Pacht bekommen. |
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Im ersten Pachtjahr, 1886, gründeten sie die Gemeinde Emmental und zwar dort, wo der Fürst seine Getreidescheuer hatte, an die sich Arbeiterunterkünfte anschlossen, die zusammen den Ortsteil Kotschori ausmachten. Im Pachtvertrag mit dem Fürsten Alexander Krupenski war festgelegt, dass die neue Gemeindegründung zum Gedenken an seine erst kürzlich verstorbene Tochter Emmentina Emmental" genannt werden solle. So geschah es und der Ortsname blieb so.
Diese neue Pachtgemeinde Emmental liegt in einem wunderbaren Tal, auf der linken Seite des Flüsschens Botna, das im Ulmerwald entspringt und in den Fluss Dnjestr bei Bender mündete. Diese rein deutsche und römisch-katholische Gemeinde Emmental gründeten jene von Krasna weitergewanderten 25 Familien, die insgesamt aus 126 Seelen bestanden.
Unser Dorf lag 3 km vom Markt, 2 km vom Bahnknotenpunkt Kainori und 36 km von der Kreisstadt Bender entfernt. Im Dorf selbst war eine Eisenbahnhaltestelle.
Da die Neugründung zunächst nur eine Pachtgemeinde war, bauten sich die Siedler anfänglich nur provisorische Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus Lehmpatzen. Auch verlegten sie sich auf die Dauer der ersten Siedlerjahre überwiegend auf Rindvieh- und Pferdezucht, wie auf Schaf- und Gänsezucht, da sie zunächst auf guten Absatz sehen mussten. Die Gebäude wurden zu Beginn eines Hofraumes von ½ Desjatine Wirtschaft zur Strasse hin errichtet.
Die neue Siedlung hatte fruchtbaren Boden, (Klasse I und II) und lag verkehrsgünstig. Das lockte andere Siedlungswillige an, so dass im Laufe der nächsten Jahre noch manche deutsche Familie aus Krasna, Kaukasus und aus Kandel und Selz/Ukraina zuzogen. Im Jahr der Umsiedlung, 1940, betrug die Einwohnerzahl 871 Seelen, nur 3 davon waren nicht deutschstämmig.
Dank ihrem Fleiß und guter Ernteerträge wuchs der Wohlstand der Siedler von Jahr zu Jahr, so dass sie im Jahre 1896 nach Ablauf des ersten Pachtvertrages im Stande waren das gepachtete Landstück als Eigentum zu erwerben. Während des ersten Weltkrieges 1914-18 wurden zwar durch Zarenerlass allen Deutschen aller Grundbesitz enteignet, aber bereits 1921 erhielten die deutschen Ansiedler durch die rumänische Regierung ihr Land als Privateigentum zurück. Durch die rumänische Agrarreform von 1921-23 bekamen die landlosen Familien insgesamt 369 Hektar. Aber mit der ständig wachsenden Einwohnerzahl wuchs auch das Bedürfnis nach ausreichendem Boden. Daher kauften die Emmentaler von den Nachbarfremdgemeinden Landflächen hinzu. Zuletzt waren 2100 Hektar in ihrem Besitz.
Die provisorischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude verschwanden. An ihrer Stelle erstanden schöne Bauernhöfe die, gemessen and den dortigen Verhältnissen, Musterbeispiele besten deutschen Bauerntums waren.
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Von Beginn der Niederlassung bis 1933 hatte Emmental ein eigenes Bethaus für den Gottesdienst. Bis 1921 gehörte Emmental zum Pfarramt und zur Pfarrkirche Bender. Mit dem Pfarrer Johann Fuchs bekamen wir ein eigenes Pfarramt, das auch die Gemeinden Larga und Balmas betreute.
Von 1921 bis zur Umsiedlung 1940 waren mehrere Pfarrer in Emmental, in den letzten Jahren wirkten, aus Deutschland kommend, als Pfarradministratoren die hochwohlgeborenen Herren Elser und Walter Kampe. Unter ihrer Führung wurde in Emmental auf der Höhe eine neue und großartige Kirche (Kreuzbau aus Brennziegeln) errichtet und dem Heiligen Kreuz geweiht. Auch ein neues Pastoratsgebäude erstand. Die Kirche wurde im Jahre 1937 von Bischof Michael Robu von Jassy konsekriert.
Anfangs 1919 hatte Emmental eine eigene Amtsbezirksverwaltung erhalten, was seine Bedeutung noch mehr förderte. Der Verfasser dieser Chronik, der Gemeindebezirksnotar Waldemar Kosak, führte die Amtsgeschäfte. Zur deutschen Amtsvertretung gehörten auch die fremdsprachigen Dörfer Kureni, Konstantinesti, Tarewa, Pikus, Hommlesti und Plawni.
Die staatliche Schule ist 1908 in Emmental erbaut worden, zum Schluss waren dort 4 Lehrkräfte beschäftigt. Ein Kindergarten war auch im Dorf. Im Jahre 1930 wurde ein Gemeindehaus für die Amtsverwaltung und die Gendarmeriestation erbaut.
Am 5. Oktober 1940 wurden die Emmentaler im Vollzuge des deutsch-russischen Volksaustausches nach Deutschland umgesiedelt. Sie wurden zunächst im Gau Danzig angesiedelt, mussten aber dann 1945 den Russen weichen. Die Überlebenden dieser Flucht fanden zunächst in Niedersachsen und Norddeutschland Unterkunft.
Dank der Bemühungen unseres ehemaligen Pfarradministrators, Hochw. Herrn Walther Kampe (später S. Exz. Weihbischof von Limburg/Lahn) und mit Hilfe des damaligen Landrats im Kreis Mayen, Herrn Dr. Jansen, sind die Emmentäler und Krasnaer Flüchtlinge im Jahre 1950 von dort in die katholischen Gegenden von Rheinland-Pfalz und Hohenzollern umgesiedelt worden.
von Waldemar Kosak, Münstermaifeld, Krs. Mayen |