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60 Jahre Frieden! von Lydia Söhn
Unbarmherzig wütete auf der ganzen Welt ein Krieg, der alle in Atem hält. Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben, viele sind auf der Flucht zurück geblieben. Für die gab es keine Rettung mehr, wurden vom Tod überrascht,--sie leben nicht mehr.
Die anderen zogen der Hoffnung entgegen in eine unbekannte Zukunft und auf fremden Wegen. Auch nach Niedersachsen zog eine große Schar durch die Heide, die damals uns fremd noch war. Norddeutschland war unser erstes Ziel in der Zeit, wo die letzte Bombe fiel.
Wir erlebten Menschen, die uns entgegen kamen und uns sogar in ihre Wohnungen aufnahmen. Dann endlich kam der ersehnte Frieden, alle legten die Waffen nieder. Fünf Jahre lebten wir hier mit den Leuten zusammen, bis uns die Rheinländer zu sich nahmen.
Und wieder eine andere Bleibe, eine andere Zeit. Niemand wusste wie lang und wie weit. Im Rheinland nun nach 60 Jahren alle endlich zu Hause waren. Oft denkt man an diese Zeit zurück, an manches Leid und manches Glück.
Heute möchten wir allen DANKE" sagen, die uns in der Not geholfen haben. Viele sind uns durch den Tod schon voraus gegangen, sie mögen unser DANKE" im Himmel empfangen. Wir hoffen und beten für den Frieden, nicht allen auf der Welt ist dieses Glück beschieden.
Keine Waffen sollen mehr gebraucht werden, hier bei uns und überall auf Erden. Wir wünschen, Euch möge die Heimat bleiben, niemand soll Euch, wie uns vertreiben. Kein Krieg, kein Atom und andere Waffen, sollen das auf der Welt noch einmal schaffen.
Möge uns Gott die Wege bereiten, uns führen jetzt und in allen Zeiten. So reichen wir uns im Frieden die Hand und bilden ein freundschaftliches Band, bis wir die letzten Wege gehen und uns in der ewigen Heimat wiedersehen.
Diese Zeilen wurden von Lydia Söhn geschrieben anlässlich des Gedenkens an 60 Jahre nach Kriegsende als Dank für die Aufnahme der Bessarabiendeutschen in Haßbergen / Niedersachsen. Vorgetragen beim Besuch der Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen Rheinland - Pfalz am 03. Juli 2005.
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